"Bahnlärm nicht ins Alsenztal abschieben"

Zusätzliche Güterzüge sollen künftig durch das Alsenztal, über die
Ruhr-Sieg-Strecke oder die Eifelquerung fahren, um den Bahnlärm im
Mittelrheintal einzudämmen. Diese Pläne gab der zuständige
Infrastrukturminister, Roger Lewentz (SPD), am Donnerstag beim Bahngipfel
bekannt. Dass dieser Lösungsvorschlag auf den Tisch kommen könnte, davor
hatte die Donnersberger CDU schon im vergangenen Herbst gewarnt, betonen
Landtagsabgeordnete Simone Huth-Haage und Kreistagsfraktionssprecher Sven
Hoffmann.

Die von der CDU in den Kreistag eingebrachte „Resolution gegen die
Verlagerung von mehr Güterverkehr ins Alsenztal“ war im Spätjahr 2011 unter
anderem von der SPD abgelehnt worden. „Wir fordern nun alle politischen
Kräfte auf, sich zu Gunsten der Menschen im Alsenztal an unsere Seite zu
stellen“, erklären die beiden Christdemokraten. „Denn wenn wir uns jetzt
nicht entschieden gegen die Ausweichstrecken-Pläne stemmen, donnern in
naher Zukunft immer mehr Transportzüge durch das Alsenztal – und so wie die
Gegebenheiten dort nun einmal sind, beispielsweise in Imsweiler oder
Alsenz, direkt an Wohnhäusern vorbei“, mahnen Simone Huth-Haage und Sven
Hoffmann. Nach Plänen der Bahn fahren die Güterzüge vor allem nachts.

Die Donnersberger CDU-Kreistagsfraktion fordert jetzt ein Lärmgutachten,
das klärt, ob der zusätzliche Bahnverkehr den Menschen im Alsenztal
überhaupt zuzumuten ist. „Außerdem kann es nicht angehen, dass Herr Lewentz
die Interessen der Menschen in seinem Wahlkreis, der im Mittelrheintal
liegt, über die Interessen der Bewohner des Alsenztals und der anderen
Regionen stellt“, kritisieren Simone Huth-Haage und Sven Hoffmann. Als
Minister sei er schließlich allen Rheinland-Pfälzern verpflichtet und
sollte die Lärmproblematik nicht einfach abschieben. Stattdessen müsse nun
endlich die Planungen für eine zukunftsträchtige Güterbahntrasse entlang
der Autobahn A 61 forciert werden, wo die geografischen Gegebenheiten
besser für eine solche Transportstrecke geeignet sind.