"Märchen von der „zusätzlichen“ Sprachförderung"

„Heute hat Frau Alt das Märchen von der
angeblich „zusätzlichen“ Sprachförderung in Kitas erzählt. Es ist aber
eben nur ein Märchen. Denn die Zahlen zeigen: Die Ausgaben für die
Sprachförderung sinken“, so die familienpolitische Sprecherin der
CDU-Landtagsfraktion, Simone Huth-Haage. Die CDU-Landtagsabgeordnete nimmt
damit Bezug auf eine aktuelle Pressemeldung der Ministerin. Darin ist von
„Rund 6 Millionen Euro zusätzliche(r) Sprachförderung in Kitas“ die Rede.
Aus der Antwort der Landesregierung vom 02. September 2015 auf eine Kleine
Anfrage der CDU-Landtagsfraktion geht allerdings klar hervor, dass die
Mittel von 6 Mio. Euro in den Schuljahren 2009/2010 bis 2013/2014 auf 5,82
Mio. Euro im Schuljahr 2014/2015 sinken. (Auch für die Kitas werden die
Mittel der Sprachförderung im Turnus der Schuljahre dargestellt.) „Unter
dem Strich fehlen also sogar 180.000 Euro“, so Huth-Haage.  „Da ist die PR-Maschine von Frau Alt wohl weit über das Ziel
hinausgeschossen. Nach der Lesart von Frau Alt ist nämlich bereits das
tägliche Sprechen der Betreuerinnen mit den Kindern „Sprachförderung“
(„alltagsintegrierte Sprachbildung“). Wenn es dann für die eigentliche
Sprachförderung vom Land Geld gibt, ist das „zusätzlich“ und wird als
Großtat verkauft. Darauf muss man erst mal kommen.    Ganz
abgesehen davon, dass die Menschen schon mit dieser Sprachverwirrung
wieder einmal für dumm verkauft werden, gibt es auch in 2014/2015 keine
Stunde zusätzliche Sprachförderung an den Kitas, weil diese angeblich
„zusätzlichen“ Mittel tatsächlich auch noch sinken. Das heißt im Ergebnis,
dass die Ministerin genau das Gegenteil von dem tut, was sie behauptet.
Hinzu kommt noch, dass die Ausgaben für die Sprachförderung
nicht an die allgemeine Kostenentwicklung – geschweige denn an die Bedarfe
der Kindertagesstätten – angepasst werden. Und das, obwohl der
Förderbedarf auch durch den vermehrten Zuzug von Kindern aus dem Ausland
dramatisch anwächst. Die Leidtragenden sind die Kinder und die
Erzieherinnen, die mit weniger Mitteln immer mehr Anforderungen bewältigen
sollen.“