Einsatz für den Stolzenberger Hang

Tief beeindruckt zeigte sich Landtagsabgeordnete Simone Huth-Haage von der Einsatzbereitschaft der Menschen am Stolzenberger Hang. Bei einer offenen Sitzung der CDU-Kreistagsfraktion in Bayerfeld nutzten Jäger, Landwirte, Naturschützer und Anwohner die Gelegenheit, ihre Bedenken gegen das geplante Beweidungskonzept vorzutragen. Die Christdemokraten waren vor Ort, um sich den Interessen der Bürger anzunehmen.

Bei einer Abfrage des Stimmungsbildes fiel das Votum eindeutig aus. Gegen das geplante Beweidungskonzept sprach sich die große Mehrheit der rund 70 Besucher bei der Veranstaltung aus. Zwei Gäste zeigten sich noch unentschieden. Einzig der Vertreter der Verwaltung, Kreisdezernent Albert Graf, befürwortete das Vorhaben.

Hauptkritikpunkte der Bürger an der von der Kreisverwaltung geplanten Beweidung, die vom Nabu durchgeführt werden soll, sind:

  • die Kreisverwaltung hat die Menschen, die am Stolzenberger Hang leben, bei ihren Plänen nicht eingebunden
  • durch die Ansiedlung von sechs Heckrindern, drei Pferden und zwei Eseln könnte der Steilhang seinen einzigartigen Charakter verlieren
  • Erosionsschäden, eine Verschlammung des Alsenzufers, eine Überdüngung des Magerrasens im oberen Teil des Hanges und des Flusses im Tal wären Folgen der Beweidung. Des Weiteren würden die recht schweren Rinder die Trockenmauern zerstören. Die Biotope am Stolzenberger Hang, in dem zahlreiche Vogelarten, Reptilien, Insekten und Säuger leben, würden somit vernichtet.
  • Die Winzermauern im Gelände stellten eine Gefahr für die Weidetiere da. Sie könnten zu „Stolperfallen“ für die Vierbeiner werden. Würde etwa ein Rind von so einer Mauer stürzen, seien schlimme Verletzungen des Tieres unausweichlich.
  • Die Jäger betonen, dass durch eine Einzäunung des Hanges ein unbejagbarer Abschnitt entstehe, in dem sich Schwarzwild rasant vermehre. Wildschäden in Feld und Flur der gesamten Region zöge diese Entwicklung nach sich.
  • Es gibt bislang bundesweit keine Erfahrung mit einem derartigen Beweidungskonzept auf einem Steilhang.
  • Der geplante 6000 Meter lange Elektrozaun würde die Bürger aus der Natur am Stolzenberger Hang ausschließen.

Unter großem Applaus kündigten Diskussionsteilnehmer an, ehrenamtlich selbst Pflegearbeiten am Stolzenberger Hang zu übernehmen – sollte dies zur Vermeidung einer Verbuschung notwenig sein. Die Menschen vor Ort seien schließlich die besten Naturschützer.

Simone Huth-Haage, die auch Mitglied des Kreistags ist, kündigte ebenso wie Fraktionssprecher Sven Hoffmann an, die Interessen der Bürger im Kreistag zu vertreten. „Es kann schließlich nicht sein, dass hier einfach über die Köpfe der Leute hinweg entschieden wird“, betonte Huth-Haage.